Schneideplotter sind zentraler Bestandteil von vielen Anwendungen in Werbe- und Kreativtechnologien. Daher wollen wir die Funktionsweise und die technischen Details von Schneideplottern hier ausführlich beschreiben:

Was ist ein Schneideplotter?

Schneideplotter sind computergesteuerte Geräte, die ähnlich wie bei einem Druck Objekte wie z.B. Schriften, Ellipsen oder Rechtecke aus (selbst)klebenden Materialien ausschneiden.

Secabo C60III SchneideplotterGraphtec CE5000-60Roland GX-500 SchneideplotterSumma S160T Schneideplotter

Was macht ein Schneideplotter?

Zum größten Teil werden mit einem Schneideplotter einfarbige Selbstklebefolien geschnitten, man nennt diese daher auch Schneidefolien. Es können nur Materialien verarbeitet werden, die über einen Träger verfügen. Bei den Klebefolien ist dies in der Regel ein Silikonpapier. Neben Selbstklebefolien schneidet ein Plotter natürlich auch Flock- und Flexfolien, die nach dem Schneiden mittels einer Transferpresse auf zumeist Textilien aufgebracht werden sowie alle Arten von Papier.

Wie funktioniert das?

Das Messer des Schneideplotters trennt beim Plotten nur die Folie selbst, der Träger bleibt unversehrt und hält den gesamten Plot bzw. Aufkleber zusammen, bis er auf eine entsprechende Oberfläche übertragen wird.

Auf dem Markt sind zwei verschiedene Arten von Schneideplottern erhältlich, die sich nicht in der Funktion, doch aber in der Handhabung und auch im Preis unterscheiden. Man unterscheidet zwischen Schneideplottern mit Schleppmessertechnik und Schneideplottern mit Tangentialmessertechnik.

So funktioniert ein Schneideplotter mit Schleppmessertechnik

Am weitesten verbreitet sind Schneideplotter mit Schleppmessertechnik. Sie machen über 95% des Marktes aus.

Bei dieser Technik wird ein nadelähnliches Messer, das durch den sogenannten Offset leicht aus der Mitte versetzt liegt, der Bewegung des Messerkopfes nachgeschleppt – daher der Name. Das Verfahren ist robust und einfach, was niedrige Kosten und eine hohe Zuverlässigkeit bedeuten.

In der Regel werden von den Plotterherstellern und unabhängigen Anbietern mehrere Messer pro Gerät offeriert.

Dabei ist die Angabe des Schneidwinkels entscheidend: ein Schneidwinkel von 30° bedeutet beispielsweise ein relativ stumpfes, aber robustes Messer, das in dünnen Materialien bei großen Objekten gute Ergebnisse bei hohen Standzeiten liefert. Messer mit einem Schneidwinkel von 60° hingegen sind sehr spitz und empfindlich und eignen sich daher für dicke Materialien oder sehr kleine Objekte.

Schleppmesser

Weniger verbreitet sind Schneideplotter mit Tangentialmessertechnik

Wesentlich seltener als Schleppmesser- sind Tangentialmesserplotter anzutreffen. Dies liegt vor allem daran, dass diese Technik, bei der ebenfalls ein nadelartiges Messer im Einsatz ist, welches jedoch von einem Elektromotor immer in die richtige tangentiale Ausrichtung gebracht wird, deutlich teurer ist als die herkömmlichen Schneideplotter mit Schleppmessern.

Darüber hinaus arbeiten Plotter mit Tangentialmessern langsamer, da die Ausrichtung des Messers eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt.

Was bringt die Kreativtechnologie Schneideplot?

Vorteile

  • günstiger Einstieg möglich
  • universell einsetzbare Technologie
  • leicht zu erlernen

Nachteile

  • PC zur Steuerung notwendig

Ein Schneideplotter in Aktion

Welche Geräte gibt es am Markt?

Die erhältlichen Geräte unterteilen sich in verschiedene Gruppen, angefangen von Hobbygeräten bis hin zu Profimaschinen:

  • Hobbygeräte wie z. B. Secabo mini oder Graphtec CraftRobo
  • semiprofessionelle Geräte wie die Secabo CIII Serie
  • professionelle Schneideplotter wie die Graphtec CE5000 Serie, Roland GX-24, GX-300 bis -500
  • high-end Schneideplotter wie die Summa S-Class,  z. T. mit Tangentialmesser-Technik

Drucken und Schneiden?

In letzter Zeit haben immer mehr Hersteller Funktionen zur Erkennung von Passmarken in ihre Schneideplotter eingebaut (Secabo – LAPOS, Summa – OPOS). Dies ermöglicht dem Benutzer das konturgenaue Schneiden von gedruckten Objekten.
Beispielsweise bedruckt der Anwender zunächst eine bestimmte Klebefolie auf einem Laserdrucker mit Proukt-Labels – inkl. entsprechender Positionsmarken. Nachdem der Schneideplotter diese Marken eingelesen hat, kann er eine beliebige Kontur um die gedruckten Objekte herum schneiden. So entstehen professionelle Labels, Etiketten, Typenschilder oder auch Aufkleber fürs Auto. Entsprechende Funktionen werden in Schneideplottern von z. B. Secabo, Roland, Graphtec, Summa und vielen anderen Herstellern angeboten.

Ein Artikel von: Raphaela Franke