Wer einen genaueren Blick auf deutsche Straßen wirft, wird in der Regel von einem silberschwarzen Einheitsbrei überrumpelt, bei dem sich kaum ein Auto vom anderen unterscheidet. Und wer kennt nicht das Problem im Parkhaus, wenn man versucht das eigene silbergraue Auto in einem Meer identischer Modelle wiederzufinden?

Kein Wunder also, dass viele Autofahrer sich nach einer Alternative sehnen und ihr Auto immer öfter mit Stickern und Tuningteilen verschönern. Neben kleinen Veränderungen ist natürlich auch ein totales „Makeover“ mit Folie oder Lack eine beliebte Option. Da der Kostenaspekt bei beidem eine nicht unerhebliche Rolle spielt, sollte man sich vorher genau überlegen, welche Methode für die individuellen Bedürfnisse am besten passt. Um Ihnen einen Überblick zu geben und Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir die Vor- und Nachteile des Folierens und Lackierens für Sie herausgesucht.

 

Das erste Kriterium: Der Preis

Ein wichtiges Kriterium, das viele Autofahrer von größeren Veränderungen am Wagen abhält, ist der Preis. Hier ist man mit einer Folierung klar im Vorteil, da diese bis zu 50 % günstiger ist als eine Lackierung. Grund für den drastischen Preisunterschied ist der Arbeitsaufwand, da bei einer Lackierung nicht nur mehr Autoteile entnommen werden müssen, sondern zudem eine vorherige Anschleifung des Wagens erforderlich ist. Dennoch ist auch eine Folierung beim Profi nicht günstig: Ab 1000 Euro aufwärts ist alles möglich. In unserem vorherigen Artikel erklären wir, wie Sie eine Folierung am Auto auch selbst vornehmen können.

Haltbarkeit und Schutzfunktion

Ein weiterer Aspekt, den man bei der Auswahl beachten sollte, ist die Haltbarkeit der jeweiligen Methode. Lack hat den Vorteil in der Regel so lange zu halten wie das Auto selbst. Besonders wer sein Auto nicht weiterverkaufen und dauerhaft von der Farbwahl profitieren möchte, ist mit einer Lackierung gut beraten. Hier lohnt sich auch der höhere Kostenaufwand, da der Lack auch über Jahrzehnte hinweg nicht erneuert werden muss. Folien halten zwar auch relativ lang, müssen nach einer Weile jedoch ausgebessert werden, was im Vergleich zum Lack etwas aufwendiger ist. Grundsätzlich ist eine Folierung, vor allem bei temporären Veränderungen, zu empfehlen, beispielsweise bei Firmenwagen oder einem geplanten Weiterverkauf des Autos. Da sich Wagen in Farben wie Silber, Schwarz oder Weiß besser verkaufen lassen, lohnt es sich die neutrale Lackierung zu belassen und eine wiederabziehbare Folie aufzutragen.

Schutz vor Korrosion und Steinschlag

Ein Auto ohne Lackierung ist undenkbar, da der Lack die wertvollen Fahrzeugteile vor Korrosion schützt. Die Folierung setzt noch einen drauf, da sie auch den Lack selbst vor Schäden bewahrt und somit einer Wertminderung des Autos entgegenwirkt. Außerdem sind Autofolien resistent und können sogar kleinere Steinschläge schadensfrei verkraften und schützen den Lack vor Verfärbungen durch UV-Einstrahlung.

 

Das abschließende Fazit zu beiden Methoden zeigt sich daher relativ ausgewogen, da sich selbst die höheren Lackkosten bei dauerhafter Verwendung rentieren. Es kommt also ganz auf die Umstände an: Erstes Kriterium sollte hier sein, für wie lange die farbliche Veränderung gewünscht ist. Handelt es sich um eine temporäre Lösung, ist man mit einer Folierung besser beraten, da sich diese problemlos wieder entfernen lässt und bei einem gewünschten Weiterverkauf der Wertminderung durch Lackschäden entgegenwirkt. Bei dauerhaften Lösungen empfiehlt sich wiederum die Lackierung, da diese sehr lange hält und in der Regel nicht ausgebessert werden muss.

 

Ein Artikel von: stefanieschueller